Das musste mal gesagt werden

Michael Horeni (FAZ) bewirbt sich um einen Posten als Sportdirektor: „Nur drei von achtzehn sportlichen Managern, Sportdirektoren, Sportchefs oder Geschäftsführern Sport – dem unklaren Anforderungsprofil folgen ebenso unterschiedliche Berufsbezeichnungen – können einen Abschluss in Betriebswirtschaft vorweisen, aber elf einen alten Lizenzspielervertrag. In Deutschland gibt es keine Branche, in der man ohne entsprechende Ausbildung oder berufliche Erfahrung sofort in den engsten Führungskreis eines mittelständischen Unternehmens mit dreistelligem Millionenumsatz katapultiert würde. Dürftige Qualifikation über den Fußball-Sachverstand hinaus gehört in der Liga zum Sportdirektorsystem – ob nun beim FC Bayern, dem Hamburger SV, Schalke 04 oder beim VfB.“

via indirekter-freistoss.de

Recht hat er ja ein wenig, der Herr Horeni von meiner Lieblings-FAZ. Er unterstellt aber den ehemaligen Profi-Spielern, dass sie keine Ahnung hätten, von dem was sie tun. In vielen Fällen mag er recht haben: Es gibt genügend Profi-Vereine, die an der wirtschaftlichen Existenz kratzen. Dass bei diesen Vereinen auch häufig Ex-Spieler ohne betriebswirtschaftliches Studium in Führungspositionen stecken, halte ich eher für Zufall. Denn es gibt genügend Gegenbeispiele, wo dies – scheinbar – funktioniert.

Ich glaube, Herr Horeni zimmert da einen Zusammenhang, der so gar nicht existiert. In vielen Vereinen halten ehemalige Profis das Steurrad – und viele Vereine haben wirtschaftlich … besondere Herausforderungen. Dies auf das vermeintliche Unvermögen der Spieler-Führungspersönlichkeiten im Allgemeinen zu schieben halte ich für sehr hoch gegriffen unverschämt. Herr Horeni scheint hier einem typisch-FAZlerisch-überheblichem Trugschluß auf den Leim zu gehen in dem er Äpfel mit Tomaten vergleicht.

Eines sollte er auf jeden Fall beachten: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen – schon gar nicht als Sportreporter.

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Über Robert

zynisch. meistens. in frankfurt lebender social-mediast aus berlin. und fsv frankfurt-dauerkarten inhaber.