Zwei Heimspiele, zwei mal zwei Tore, zwei Siege – das nenn’ ich doch mal eine ordentliche Bilanz. Das letzte mal, dass es das gegeben hat war … in jener Zeit, wohin mein Gedächtnis heute nicht mehr reicht.
Auch wenn ich leicht angesäuert ins Stadion kam, so nahm der Abend doch einen guten Ausgang. Die zwanzig verschwendete Minuten, die für die vollkommene Planungs- und Koordinationsinkompetenz des RMV an der Konstablerwache verloren gingen (inkl. zweier nicht gekommener U-Bahnen, die aber auf der Anzeige ganz normal durch liefen), waren schon nach fast der gleichen Zeit nach Anpfiff wieder vergessen.
Wer hätte das vor Wochen noch gedacht? Dass wir eine Fussballmannschaft haben? Also nicht eine Truppe, die dafür bezahlt wird Fussball zu schauspielern, sondern eine, die das auch wirklich kann? Gjasula hat wohl vom Trainer eingetrichtert bekommen: Deinen Sechs-Mann-Abwehrverwirrungs-Freistoß schiesst du erst wieder, wenn du triffst! Nun, es hat knapp acht Monate gedauert, aber am Freitag war es dann doch endlich soweit. Das macht Lust auf mehr!
Ein Mehr gab es auch von der Stimmung! Ich muss ganz ehrlich sagen: nach den zwei Toren bereits in der ersten Halbzeit, war die Laune auf der Südtribüne top! Man hat gesungen, im Chor, und sogar im Wechsel zwischen N und O. Ganz ohne vorherige Abspracheund Anstachelei, nein, einfach weil es passte – und weil es Spaß gemacht hat. Der Fussball, das Wetter, das Ergebnis.
Ein Weniger gibt es hoffentlich von der zweiten Halbzeit. Je näher der ungefähre Abpfiff rückte – wir müssen ja jetzt wieder wie in den Siebzigern auf die eigene Uhr am Handgelenk schauen – desto nervenaufreibender wurde das Spiel. Ich hatte zwischenzeitlich die Befürchtung, dass wir zwei Punkte noch verschenken. Das war dann glücklicherwese doch nicht so.
Und wenn solche Gäste selbst auch noch Spaß dabei haben, dann begrüßen wir sie doch gerne wieder. Warum? Deswegen:
Wohl deshalb, weil es ein unheimlich netter Fußballabend in einem netten Stadion (nicht Arena!) bei einem netten Stadtteil- und nicht großkotzigen Wannabe-Europäischer-Spitzenverein war, wo man Würstchen und Äppler in Plastikbechern (wenn man “Äppelwoi” bestellt, outet man sich als Nicht-Einheimischer; na ja, das tut man ja ohnehin, wenn man im Arminiablock steht) noch für Bar- statt für Plastikkartengeld in solch sympathischen Buden bekommt. Die Tickets erwirbt man in dieser Bude beim Herrn rechts im roten T-Shirt, der es sich mit seiner Fluppe im Mundwinkel gemütlich eingerichtet hat und einem 11 statt 41 Euro Wechselgeld zurückgibt, aber das, auf den Fehler aufmerksam gemacht und obwohl den großen Schein schon längst in die Kasse geschmissen habend, ganz gelassen korrigiert und viel Spaß wünscht.
Schön. So kann man sagen, daß man mal im Volksbankstadion war.
via blog05.de
Und jenen Gästen, die sich lieber anderweitig die Zeit vertreiben, die bitten wir in Zukunft uns einfach genau dann zu er- oder aufzuheitern, wenn’s mal wieder nicht mehr ganz so flüssig rund läuft auf dem Rasen
Und eine gute Nachricht noch zum Schluß:
Auch wenn wir beim Jubiläumsspiel in Jubiläums-Trikots gespielt haben, gibt’s die echten Trikots endlich im Fanshop. Im richtigen Fanshop, nicht diesem online-Dings. Ob es due Jubi-Trikots dort mit goldenem Flock geben wird, konnte mir keiner der dort Anwesenden am Freitag sagen.
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