Auf hr-online gibt es eine tolle Beitragsserie mit dem Titel “Krise in der Hessenliga”. Äusserst informativ und interessant, auch wenn es den FSV jetzt nicht mehr direkt betrifft.
Der erste Teil beschäftigt sich mit der drastisch sinkenden Zahl der Zuschauer: Seit Einführung der 3. Bundesliga hat sich der trend der letzten jahre noch verschärft. Teilweise gehen nur noch ein paar Dutzend Zuschauer zu den Spielen der Amateurclubs.
50 Zuschauer verliefen sich am vergangenen Wochenende bei der Begegnung Kickers Offenbach II gegen TSG Wörsdorf. 60 Zuschauer verfolgten die Partie Viktoria Urberach gegen KSV Baunatal. 350 Besucher wollten die Meisterfeier des FSV Frankfurt II gegen Eintracht Stadtallendorf sehen. Damit war die FSV-Reserve “Zuschauerkrösus” – Zahlen, die das Dilemma der Vereine verdeutlichen.
Der zweite Teil behandelt das Ausbremsen des sportlichen Erfolg der Teams. Für ein Amateur-Team ist es kaum noch möglich, die Auflagen der DFL und des DFB für ein Viertligastadion zu erfüllen.
Mit der Einführung der 3. Profiliga zur Saison 2008/09 gab es auch neue Zulassungsbedingungen zur dreigleisigen Regionalliga. Unter anderem müssen die Vereine ein Stadion für mindestens 5.000 Zuschauer bereitstellen. Dazu kommen abgetrennte Versorgungsbereiche und ein Dopingkontrollraum – professionelle Strukturen, die von kleinen Vereinen mit ehrenamtlicher Organisation und stark begrenzten finanziellen Möglichkeiten oft nicht zu schaffen sind.
Im dritten Teil wird dann das finanzielle Dilemma der Vereine gezeigt. Da die Hessensliga nur noch die fünfthöchste Spielklasse ist und sehr wenige Zuschauer hat (s.o.) ist sie für Sponsoren um längen nicht mehr so attraktiv, wie einst. Was im Teufelskreismodell natürlich bedeutet: nicht genug Geld für Stadion, Organisation und Sport, was noch weniger Zuschauer … usw.
Die Hessenliga nur noch fünftklassig, die Stadien leer, der Aufstieg ein Lotteriespiel: Den Hessenligisten gelingt es immer seltener, Sponsoren davon zu überzeugen, dass sich ein finanzielles Engagement lohnt.
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Probleme, die auch Günther Keifler, Sportlicher Leiter des VfB Marburg, kennt. Obwohl in der Region mit Eintracht Stadtallendorf nur ein weiterer Fußballverein in der Hessenliga spielt, wird es für die “Schimmelreiter” immer schwerer, Sponsoren zu finden. “Die Sponsoren unterstützen lieber die Marburger Bundesligisten im Football und Frauenbasketball als eine fünftklassige Fußballmannschaft.”
Ich denke, das sind keine hessischen, sondern strukturelle Probleme. Wenn man sich den Wikipedia-Beitrag zur Verbandsliga durchliest, wird annähernd deutlich, wie chaotisch das aufgeteilt ist: jeder Landes-Fußballverband kocht da so ein bischen sein eigenes Süppchen. Auch auf der DFB-Seite wird zu den Amateuerligen nichts presigegeben, vermutlich weiß da auch keiner bescheid, was los ist.
Gibt es eine Möglichkeit, die unteren Ligen professionell zu unterstützen? Der oberste Fachverband interessiert sich hierfür scheinbar kaum oder ist selbst mit der Aufgabe heillos überfordert. Ich überlege gerade, ob zum Beispiel eine “Profi-Mannschafts-Patenschaft” ein Modell wäre: Jede der 36 Erst- und Zweitligisten übernimmt für eine bis 3 Mannschaften im oberen Bereich eine Patenschaft und unterstützt diese organisatorisch und hilft dabei, den Liga-Alltag auserhalb des Rasenplatzes zu bewältigen. Das sollte aber auf keinen Fall finanziell geschehen, ich denke dabei mehr an Tipps & tricks, Coachings, Beratung. Vielleicht kann man hier auch so eine Art “Spieleraustausch”-Programme machen, damit ein wenig Geld fliessen kann. Was meint ihr? Wäre das ein Modell, oder habe ich schon wieder außerirdische Ideen?
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