Upsi, da habe ich am Samstag einen ausführlichen Beitrag schreiben wollen – hab ich aber doch nicht gemacht, weil ich beim Schreiben auf den Trichter kam zwischen “Spielbericht” (ich nenn es jetzt einfach mal so) und den Geschehnissen, die nichts mit dem sportlichen Teil zu tun haben, zu trennen.
Dabei habe ich mir meine tolle Überschrift sozusagen selbst geklaut, indem ich vergessen hab, die zu ändern
Viel schlimmer noch: Die passt jetzt auch gar nicht zum Inhalt!
Sei es drum. Erzähle ich trotzdem, was ich nach dem Spiel gegen Paderborn noch so erlebt habe. Denn eigentlich wollte ich nur auf ein Absacker-Bierchen mit nach Bornheim hoch. Corinna, mein ortskundiger Guide, hat mich dieses Mal in die Eulenburg entführt. Das ist eine nette Apfelweinkneipe mit Biergarten, wo man bei schönem Wetter mitten in der Großstadt eine ruhige, urgemütliche Oase vorfindet. Hier darf man auch Platz nehmen, wenn man nicht bornheimisch spricht
Ich sollte mir angewöhnen, Fotos von den Orten zu machen, wo ich mich rumtreibe. Ich kann das gar nicht so gut beschreiben – als Mann fehlen mir da einfach die richtigen Worte. Auf der Webseite der Eulenburg gibt es ein paar Eindrücke von der Kneipe.
Wir saßen also draussen im Biergarten und ich wollte mir ein großes Pils kommen lassen. Wolfgang – ich weiß gar nicht genau, ob er der Wirt (Chef) war, oder Kellner, jedenfalls ein durchaus charismatischer Typ – nahm meine Bestellung mürrisch entgegen, alsber den Bembel für die anderen brachte. Ich solle mir nichts draus machen, so ist er eben, liess ich mir sagen. Soweit so gut. Ich blätterte in der Speisekarte voll mit Gutbürgerlichen und auch typisch frankfurter Gerichten. Als Wolfgang mir mein Bier brachte meinte ich zu ihm: Ich hätt dann noch gern was zu essen. Darauf entgegnete er: Seh’ ich so aus, als würd ich Bestellungen entgegen nehmen? Und ich antwortete: Ja! Und er: Na dann, los!
Wolfgang ist eben ein schroffer, wirscher aber eigentlich ganz coole Typ mit seiner ganz eigenen Art von Humor, die meiner persönlichen schon ganz nahe kommt
Zart besaitete Gäste können ihn jedoch sicher falsch verstehen.
Kurz bevor dann mein Essen kam – ein super schmackhaftes Omelett mit Bratkartoffeln, sehr zu empfehlen! – wollte ich mir noch eine Zigarette gönnen. Wolfgang bediente gerade am Nebentisch. Als er dort fertig war und mich sah, kam er auf meinen Platz zu. Er riss mir förmlich die Zigarette aus der Hand und sagte: Jetzt wird nicht mehr geraucht, gleich gibt’s essen! Er wandte sichbwieder von mir ab, steckte sich das Ding in den Mund und rauchte meine Zigarette! Es passiert mir ja gan und gar nicht oft, aber in dem Moment war ich vollkommen verdattert und … sprachlos! Als er dann zwei Minuten später mit meinem Essen kam, hatte ich den Schock schon lange überwunden und es mit Humor genommen.
Der Abend lief dann genau so gemütlich und erheiternd weiter und bildete so ein sehr schönes Kontrastprogramm zum Spiel zuvor. Ein paar Bembel und Kurze später stellte ich dann erschrocken fest, dass es ja schon 10 vor 12 ist. Meine letzte S-Bahn in die Wetterau fährt ja schon um ein Uhr! Da die Eulenburg schon näher an Seckbach, als an Bornheim Mitte ist, sollte ich mich sputen!
Bin dann also los gestapft in Richtung U-Bahn Station und habe natürlich meine Tasche mit dem Haustürschlüssel in dr Eulenburg vergessen! Zum Glück hat Corinna etwa 5 Minuten nach Abfahrt angerufen. Und zum Glück hat Clemens aus Buchenbrücken sich bereit erklärt, micht mit seinem Auto mitzunehmen und dann noch mal kurz umzudrehen und zurück nach Bornheim zu fahren. Das Endstück des Abends mit so viel persönlichen, glücklichen Umständen gefeit – da konnte ich prima schlafen! Obwohl das Spiel, das eigentliche Hauptthema des vergangenen Freitag, eher unschön war. An dieser Stelle nochmal herzlichen dank an Corinna und Clemens für ihre Rettungsaktionen des leicht dementen Roberts
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